Bäuerliche Volkskunde

Die Bohlenstube

Bohlenstube und bäuerliche Tracht des Altenburger Landes

Facettenreich in Geschichte und Gebräuchen ist die Altenburger Bauernschaft. Fruchtbare Böden dienten dabei als gutes Unterpfand für die landwirtschaftliche Entwicklung. Bauer und Bäuerin sind im Altenburgischen die Bezeichnungen Malcher und Marche zugeordnet. Eigenständig ist deren Tracht. Der aufwändig gearbeitete Kopfputz der unverheirateten Frau, das sogenannte Hormt, ragt dabei heraus.

 

Eine Bohlenstube ist seit 1902 in den Schlossräumen eingebaut. Sie datiert von 1766 und diente als Wohnraum des Kleinbauern Gottfried Meyner in Wilchwitz. Als Bohlenstuben bezeichnet man die Wohnstuben der Altenburger Bauern, in denen sich das Alltagsleben abspielte. Es sind niedrig gehaltene Räume, deren Wände nicht aus Ziegeln, sondern aus Holzbohlen bestanden. Bohlenstuben fungierten nicht nur als Wohn- und Speisezimmer im bäuerlichen Haus, vielmehr waren es auch Wirtschaftsräume, so für das Wäschewaschen. Für den Altenburger Ostkreis lässt sich feststellen, dass die Bohlenstuben so gut wie einander identisch und stets von zweckmäßiger, meist schmuckloser Einrichtung sind.