Vom Gestern ins Morgen - Dokumentarfilm zum Digitalisierungsprojekt des Schloss- und Spielkartenmuseums

Seit Juli 2015 arbeitet das Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg  daran, seine Sammlungen auch digital der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. In Zusammenarbeit mit der Digitalisierungsgruppe des Museumsverbandes Thüringen und der Deutschen Fotothek sind inzwischen über 2300 Objekte online abrufbar und gelangen somit auch in die Deutsche Digitale Bibliothek und in die europäische digitale Bibliothek Europeana.

Einen besonderen Platz innerhalb des Digitalisierungsprojektes nimmt der fotografische Nachlass des Altenburger Fotoateliers Kersten ein. Die 1992 in den Besitz des Schloss- und Kulturbetriebes gekommene Sammlung umfasst ca. 20.000 Glasnegative von 1870 bis ca. 1950.

Der Nachlass ist ein Glücksfall für die Stadtgeschichte Altenburgs, auch hat er einen besonderen Rang in der deutschen Fotografiegeschichte: denn neben den Fotografien aus sieben Dekaden sind eine Vielzahl weiterer Dokumente und wesentliche Teile der Atelierausstattung erhalten.

Für das Jahr 2019 ist eine Ausstellung zur Sammlung Kersten im Schloss- und Spielmuseum geplant. Während die Ausstellungsumsetzung im Detail noch zu erarbeiten bleibt, möchten wir bereits Einblicke in die Vorbereitung geben. Begleitend zu der wissenschaftlichen Aufarbeitung und Digitalisierung der Sammlung wurde ein 8-minütiger Videotrailer in Zusammenarbeit mit dem Digitalisierungsunternehmen CDS Gromke  und der GML Mediengesellschaft mbH erstellt.

… und hoffentlich nicht nur das! Eine Spielzeugausstellung hält traditionell in der Vorweihnachtszeit Einzug in die Räume des Schloss- und Spielkartenmuseums. Das Museumsteam verspricht sich mit dem Rückblick auf einstige Kinderträume, viele Interessenten ins Schloss- und Spielkartenmuseum zu locken. In diesem Jahr titelt die Ausstellung „Für kleine Leute mit großer Zukunft – 40 Jahre DDR Spielzeuggeschichte“. Alle Exponate stellt der Spielzeugsammler Eric Palitzsch aus Rabenau bei Dresden zur Verfügung. Mit seinen Schätzen hat er schon in zahlreichen Museen, u. a. im Nürnberger Spielzeugmuseum, Kinderaugen zum Leuchten gebracht oder Erwachsene eine Zeitreise in die Kindheit unternehmen lassen. Garantiert wird der Besucher Dinge entdecken, die einst im eigenen Kinderzimmer standen oder sehnsüchtig auf dem weihnachtlichen Gabentisch erhofft wurden. Erinnerungen werden sicher aktiviert und mit Abstand betrachtet wird man vielleicht verstärkt die Reflektion des DDR-Alltages in der Welt des Spielzeuges wahrnehmen. Die durchaus große Vielfältigkeit des DDR Spielzeuges weiß zu überraschen und mag dem einen oder anderen gar nicht mehr so geläufig sein! Und wer erinnert sich noch, dass die Spielzeugindustrie ein nicht unerheblicher Devisenbringer gewesen ist?

Eric Palitzsch sammelt, anfänglich aus technischer Leidenschaft, seit seinem 15. Lebensjahr Spielzeug aus der DDR. Waren es anfänglich die von seinen jüngeren Geschwistern „abgelegten“ Spielgerätschaften, sammelte er später zielgerichtet. Inzwischen ist sein Fundus immens angewachsen. Ob Baukästen, Serien von Modell- und Spielzeugautos, Schiffen, Fluggeräten, Eisenbahnen oder Puppenstuben, Kaufmannsläden, Puppen aller Art, Couleur und Größe, Brett- und Kartenspiele, auch Verpackungen, Spielanleitungen sowie Warenhauskataloge zählen zu seinen Raritäten (http://www.ddr-spielzeug.com).

Die Ausstellung öffnet am 1. Advent (27. November) um 14 Uhr ihre Pforten. Traditionsgemäß lädt aus diesem Anlass exklusiv das „Adventscafe“ zum Verweilen und Genießen ein. Der Sammler Eric Palitzsch wird in seine Sammlerleidenschaft Einblicke gewähren und von manch interessanten Begebenheiten berichten, verbinden sich doch mit jedem Gegenstand mannigfache Geschichten... ! Die Sonderausstellung ist nicht nur eine Empfehlung für die Advents-und Weihnachtszeit. In Rücksicht auf die Winterferien, wird die Ausstellung bis zum 26. Februar 2017 zu besichtigen sein

Im vorweihnachtlichen Besucherprogramm des Schloss- und Spielkartenmuseums lädt Eric Palitzsch am 4. Dezember ganztägig zu einem „Aktions- und Funktionstag“ ein.

Liebhaber moderner Spiele sollten sich den 3. Advent unbedingt vormerken, wenn die rührigen Mitglieder des Altenburger Spieletages e.V. ab 14 Uhr im Residenzschloss zu Gast sind und wiederholt jede Menge tolle Spiele im Gepäck haben werden. Dann ist ausdrücklich anfassen und mitspielen angesagt! Wir freuen uns auf regen Zuspruch.

Im Residenzschloss Altenburg werden am ersten Novemberwochenende zahlreiche internationale Gäste erwartet. Ausgehend von der seit Mai im Schloss- und Spielkartenmuseum präsentierten Sonderausstellung „Eisenkunstguss und Schach“ hat die Deutsche Sektion der Chess Collectors International (CCI) nach Altenburg zu einem Sammlertreffen eingeladen. Wie durch den langjährigen Präsidenten der Sammlervereinigung und Organisator des Treffens, Dr. Thomas Thomsen, mitgeteilt wurde, haben sich erfreulich viele Teilnehmer angemeldet. Im Bachsaal des Residenzschlosses wird am Samstagvormittag (05.11.2016) ab 9 Uhr mit einem interessanten Vortragsprogramm aufgewartet. Es werden ausgewählte Schachspiele, ihre Geschichte, Gestaltung und Materialien von Experten in Wort und Bild vorgestellt: Ulrich Schädler befasst sich mit der Thematik „Das Spiel als Medium im kulturellen Austausch“, Dr. Thomas Thomsen referiert über „Eine Sammlung von Kriegsgefangenen Schachspielen von 1800 bis 1955“ und Marion Faber thematisiert „Schachfiguren aus Nürnberg und dem Erzgebirge“. (Genaues Programm residenzschloss-altenburg.de) Zu den Vorträgen sind Interessenten ausdrücklich und herzlich willkommen (Eintritt frei)

Die Ausstellung „Eisenkunstguss und Schach“ konnte anlässlich der Thüringer Schlössertage unter dem Motto „Aufgespielt“ präsentiert werden. Die einzigartige Privatsammlung schließt am 6. November ihre Pforten und ist all jenen empfohlen, die sich -ob als Sammler oder Spieler -dem königlichen Spiel verbunden fühlen oder Freude an einer sehr speziellen und ästhetischen Form des Kunsthandwerkers haben!

Lokalkolorit: Der Portaitmaler Friedrich Mascher

Im Schloss- und Spielkartenmuseum befindet sich derzeit eine neue Sonderausstellung in Vorbereitung. Sie öffnet ab Sonntag, dem 4. September 2016 ihre Pforten und widmet sich dem Schaffen des Portraitmalers Friedrich Mascher, der ab 1841 fast vier Jahrzehnte das Altenburger Land durchwanderte und seine Künste feil hielt. Im Ergebnis entstand eine uns unbekannte Zahl an Bildnissen der Altenburger Bauernschaft. Die in Museen und im Privatbesitz befindlichen Werke stehen für eine Facette unserer regionalen und zugleich reichen Kulturlandschaft. Sie verdienen es, dokumentiert, wissenschaftlich erschlossen und ausgestellt zu werden. Diesem Anliegen fühlte sich bereits in der ersten Jahreshälfte das Museum Burg Posterstein verpflichtet und präsentierte zahlreiche Portraits.  In gemeinsamer Erarbeitung  mit dem Heimatforscher Gustav Wolf sowie den Postersteiner und Altenburger Museumskollegen konnte eine Publikation zum Schaffen des Wandermalers herausgegeben werden. In der Altenburger Ausstellung werden Portraits aus unterschiedlichen Museen und zahlreichen privaten Leihgebern zusammengeführt. Es ist bereits jetzt abzusehen, dass es wohl die bisher größte Ausstellung sein wird, die dem Schaffen Friedrich Maschers gewidmet ist. So zahlreiche Bilder vergleichend betrachten zu können, bietet dem Fachpublikum wie dem interessierten Laien viele Möglichkeiten, sich mit dem
Sujet auseinanderzusetzen. Maschers  Lebensweg ist anhand weniger Fakten nur in großen Zügen nachzuzeichnen. 1815 in Tennstedt geboren, soll er zunächst unter der Obhut des Vaters den Beruf eines Stellmachers erlernt haben. Später wurde er als Porzellanmaler ausgebildet. Die Liebe zu Detailausführungen der Altenburger Tracht mag hierin eine Ursache haben.

Als bisher früheste (1841) und signierte Arbeit aus dem Altenburger Raum gilt ein grafisches Blatt, welches den herzoglich Sächsischen Kirchenrat Daniel Meisser darstellt. Leider sind nur wenig der in folgenden Jahren entstandenen Portraits Altenburger Bauern datiert, signiert und somit eindeutig zuordenbar. Vereinzelte Gemälde bezeugen,  dass Mascher auch bürgerliche Kundschaft hatte. Dass sich seine Malweise insgesamt einer großen Beliebtheit erfreute und demzufolge die Auftragslage nicht schlecht gewesen sein muss, macht der Inhalt eines Beschwerdebriefs des Altenburger Malers Franz Richter an die herzogliche Regierung deutlich.  Er formulierte über seinen offensichtlichen Konkurrenten, dass er  „in manchen Dörfern 20-30, ja in einem sogar 43 Portraits gemalt habe“. Dennoch: zu Reichtum  ist Mascher nicht gekommen!

Im Juni 1880 wurde Friedrich Mascher bewusstlos im Luckaer Forst aufgefunden. Wenige Tage später verstarb er im Altenburger Krankenhaus wahrscheinlich an einer Lungenentzündung, ohne das Bewusstsein noch einmal erlangt zu haben.

Mit der Ausstellung verbindet sich die Hoffnung, die Erkenntnisse zum Oeuvre des Künstlers zu  vervollständigen. Das Team des Schlossmuseums freut sich, weitere Hinweise zum Vorhandensein von Mascher Portraits aufnehmen zu können.

Alle Interessierte sind zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, dem 4. September, 11 Uhr herzlich eingeladen (Eintritt frei). Wer es an diesem Tag nicht auf den Burgberg schafft, hat bis zum 6. November 2016 von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 9.30 bis 17 Uhr die Gelegenheit, sich mit dem Schaffen von Friedrich Mascher bekannt zu machen.

Am 21. August schließt im Residenzschloss Altenburg eine bemerkenswerte Ausstellung ihre Pforten, die bisher zahlreiche Gäste überraschte und erfreute. „Ich male wie ich atme – Retrospektive Heinz Tetzner“ ist eine Hommage an den 1920 im sächsischen Gersdorf geborenen Künstler, der sich vom Expressionismus stark inspiriert und angesprochen gefühlt hat. Nach seiner Ausbildung zum Musterzeichner prägten Kriegserlebnisse und Gefangenschaft sein Leben. Sich dennoch künstlerisch auszudrücken, ist ihm Lebenshilfe gewesen. 1946 bis 1950 studierte er in Weimar. Sein Schaffen folgte nicht den Prinzipien des sozialistischen Realismus, was jahrzehntelang auf die Akzeptanz wie Anerkennung seiner Arbeiten und den beruflichen Werdegang Tetzners Einfluss haben sollte. In der Ausstellung repräsentieren Ölgemälde, Aquarelle und Holzschnitte das breit gefächerte Repertoire  des Malers, dessen Lebenswerk 1999 mit dem Bundeverdienstkreuz 1. Klasse geehrt wurde. Die unterschiedlichen Mal- und Ausdruckstechniken beherrschte Tetzner in souveräner Art und  Weise. Stark in Farbe, Kontur und Mimik haben seine Clownsbilder und Porträts eine nahezu magische Anziehungskraft, der sich der Betrachter gern hingibt. Überraschend auch die Aquarelle. Gezielte Farbsetzungen akzentuieren den zentralen Bildinhalt und lassen ihn an Bedeutung gewinnen. Nahezu derb kommen hingegen die Holzschnitte daher. Dies mag oberflächlich betrachtet in der künstlerischen Technik verankert zu sein. Aber der aufmerksame Betrachter wird bei genauem Hinschauen entdecken, dass es der Künstler vermochte, die feine Struktur des Holzes, die Jahresringe und Maserungen als künstlerisches Ausdrucksmittel einzusetzen. Die Werke von Heinz Tetzner sollte man bewusst in dem besonderen Ambiente der Schlossräume wahrnehmen, genießen und auf sich wirken lassen. Gab es im Vorfeld gelegentlich Zweifel, ob die Galerien und Flure den geeigneten Präsentationsraum hergeben, fühlt sich das Museumsteam nach wiederholt anerkennenden Worten darin bestätigt, vielfältigen Genres ein Podium zu geben. Die Ausstellung entstand in unkomplizierter Kooperation mit dem Förderverein Tetzner-Museum e.V. Gersdorf, der Familie des Künstlers und privaten Leihgebern. Die Ausstellung ist bis einschließlich 21. 8. täglich außer montags von 9.30 bis 17 Uhr zu besichtigen. Gäste des Altenburger Musikfestivals, die sich auf Konzerterlebnisse im Festsaal des Schlosses freuen, sei die Ausstellung vor Konzertbeginn oder in der Pause anempfohlen.

Offener Brief des Schloss- und Kulturdirektors

Liebe Kolleginnen und Kollegen von der Presse,

am Mittwochmorgen beim Frühstück las ich die Berichterstattung zur Öffnungszeitensituation im Schloss- und Kulturbetrieb – und verlor fast den Müslilöffel, als ich die Titelzeile erblickte. Am gestrigen Abend sah ich einen Beitrag auf TV Altenburg – und verlor darüber fast das Smartphone, das ich in der Hand hielt. Zwischendurch legte mir jemand die Kopie eines Meinungsbeitrags von Herrn Rosenkranz auf den Schreibtisch. Darüber verlor ich nichts, weil es über diesen nun wirklich nichts mehr zu verlieren gibt.

Wie Sie aus unseren Gesprächen wissen (in meinem früheren Berufsleben war ich Redakteur, außerdem arbeite ich frei als Journalist), habe ich ein ausgeprägtes Verständnis für den Wert, die Schwierigkeiten und die Funktion journalistischer Arbeit. Als neuer Schloss- und Kulturdirektor ist mir auch sehr daran gelegen, dass wir Debatten über Altenburgs Kultur führen. Ja, Kultur ist für mich im Kern Debatte.

Also lassen Sie uns diese Debatte auch über die Art und Weise führen, wie über Kultur gesprochen wird. Presseberichterstattung ist kein „außen“. Sie ist im Gegenteil Bestandteil von Kultur, eine Form von Kultur.

Zu titeln, dass „Rote Spitzen und Nikolaiturm in dieser Saison zu“ (LVZ) sind, obwohl die Türme doch zumindest an zwei Dutzend Terminen seit Juni geöffnet sind, ist Irreführung des Lesers. Zu behaupten, „dass die jetzt bestehenden Einschränkungen weder gegenüber dem Stadtrat oder der Öffentlichkeit je kommuniziert wurden“ (TV Altenburg), wenn diese doch seit zumindest Mitte Juni an den Türmen und auf der Webpage des Schloss- und Kulturbetriebes unter „Öffnungszeiten“ ausgewiesen sind - ja wenn wir sogar eigens eine Pressemeldung zu diesem Thema verschicken - ist eine Falschinformation. Geradezu paradox: Eben diese von uns versendete Pressemeldung war für Sie, die Pressevertreter, der Moment der Berichterstattung.

Auch informiert TV Altenburg, die Kartenmacherwerkstatt sei „nur auf Voranmeldung nutzbar“. Hier ist eine Richtigstellung notwendig: Die Werkstatt ist – wie seit ihrer Eröffnung auf unserer Homepage und erneut in oben genannter Pressemeldungen eigens als Angebot mitgeteilt – jeden Donnerstag für jedermann und jederfrau zugänglich (mitunter ist die Nachfrage so groß, dass alle Plätze belegt sind, aber das ist in jedem Theater, Kino oder Fußballstadion so).

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schloss- und Kulturbetriebs wollen auch in Zukunft einiges los machen. Wir müssen organisatorisch und auf der Kommunikationsstrecke mitunter besser werden. Das wird uns gelingen. Ich mache mir keine Sorgen. Die Formkurve der Presse, das wünsche ich mir, geht hoffentlich auch nach oben!

Herzlich
Ihr Christian Horn

PS: Den Kommentar von Herrn Rosenkranz hätte ich im Interesse der Transparenz ebenfalls gerne verlinkt. Er ist jedoch nur in der Printausgabe der OVZ (3.8.2016) nachzulesen.

Interaktive KartenMACHERwerkstatt erleben

Schauen, staunen, mitmachen, kreativ und produktiv sein! So lautet das Motto der neuen
KartenMACHERwerkstatt im Altenburger Schloss- und Spielkartenmuseum. Den Prozess der Spielkartenherstellung aktiv erleben und auch mit den eigenen Händen erfahren, worin die Kunst der Kartenmacher wirklich besteht – dazu ist jeder Besucher herzlichst eingeladen. So kann er beim Schaudrucken dabei sein, einmal richtige Druckerschwärze schnuppern oder gar an den Händen kleben haben, wenn er sein selbst entworfenes Kartenspiel eigenhändig erschafft. Mittels Hochund Tiefdruckpressen, sowie modernster Technik eifert er so den einstigen Kartenmachern der Stadt nach. In Nähe zu den ausgestellten Exponaten der Kartensammlung erfährt der Besucher das Handwerk des Druckens hautnah. Durch unsere verschiedenen Angebote kann jeder selbst bestimmen, wie aktiv er dieses Erlebnis gestalten möchte.

--> Hier geht es zu unseren Angeboten

Historische Funde bei Bauarbeiten zur neuen Kartenmacherwerkstatt

Ausgerechnet beim Bau einer neuen Kartenmacherwerkstatt ziehen Arbeiter Fragmente historischer Kartenbilder aus dem Schutt. Ein gutes Omen für das moderne Druckkabinett, das im Sommer im Schlossmuseum eröffnen soll?

Der Fund zeigt den Abdruck eines Holzmodells und ähnelt nach aller Wahrscheinlichkeit einem Bild um 1670. Eine Figurenkarte, die den König zeigt, lässt sich gut vergleichen, beispielsweise was die Krone und das Zepter betrifft. Das meint der für die Spielkartensammlung und neue Kartenmacherwerkstatt zuständige Mitarbeiter, Florian Voß. Außerdem erklärt er: „Der Raum, in dem die Karten gefunden wurden, stammt aus der barocken Umbauphase zwischen 1706 und 1712, in der der Eingangsbereich, das Corps de logis, neu gestaltet wurde.“

Die Bauarbeiten in der neuen Druckwerkstatt gehen derweil weiter. Bald sollen sich hier die Türen öffnen und zum Schaudrucken oder Selberdrucken empfangen. Mittels Hoch- und Tiefdruckpressen sowie modernster Technik eifert der Besucher dann den einstigen Kartenmachern der Stadt nach.

Sozialwerk Innova schenkt dem Schlossmuseum Ritterspielzeug

Einige Wochen lang hat Daniel Deckner daran gearbeitet. Fein säuberlich hat der 36-Jährige die Holzschilde zurecht gesägt, kunstvoll mit spezieller Farbe bemalt und filigrane Applikationen darauf gesetzt. Viel Fleiß und Handwerk stecken  in den mit sehr viel Liebe zum Detail gefertigten Ritterschilden und kleinen Holzschwertern, die der Innova-Schützling am 23. März zusammen mit dem Sozialpädagogen des Werks, Georg Karsunke, im Schlossmuseum abgab. Dass seine Arbeiten, die er als Projekt in einer so genannten Arbeitsgelegenheit in dem Altenburger Sozialwerk fertigte, auf rege Begeisterung stießen, machte den „Künstler“ sichtlich stolz. Aber solche hochwertigen Fabrikationen sind in der Regel kostspielig, deswegen auch die große Freude über dieses tolle Geschenk.

Bedeutungsvolle Schenkung für das Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg

Nicht nur die Kollegen des Schloss- und Spielkartenmuseums, sondern ganz besonders die Besucher des Altenburger Residenzschlosses dürfen sich ab Donnerstag, den 3. 9. 2015 über eine außergewöhnliche Schenkung freuen. Der Kunsthändler Frank Kühne aus der gleichnamigen Kunsthandlung mit Sitz in Dresden schenkt dem Museum eine repräsentative Vase aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Vase hat einen direkten Bezug zu Altenburg und dem ehemaligem herzoglichen Haus. Auf dem Vasenkörper sind in feinster Malweise eine Altenburger Schlossansicht und der Kronprinz Georg von Hannover dargestellt. Georg war seit 1843 mit Prinzessin Marie von Sachsen Altenburg verheiratet. Als letztes Königspaar regierten beide von 1851 bis 1866 das Königreich Hannover.

Auch die Prinzessin Marie ist auf einer gleichgeformten Prunkvase dargestellt. Dieses Stück konnte nach einem, Anfang des Jahres getätigten Spendenaufrufs des Museums erworben werden. Altenburger, Unternehmen der Region und zahlreiche Besucher des Museums hatten mit ihrer finanziellen Unterstützung das Anliegen befördert, die Vase für die Altenburger Sammlung zu erwerben. Kaum stand der Spendenaufruf in den Medien, wurde über die Sendung „Kunst & Krempel“ bekannt, dass es im sächsischen Freiberg offensichtlich ein Pendant zu der Vase gibt. Sie stand nun vor einigen Wochen zum Verkauf und fand in dem Dresdner Kunsthändler nicht nur einen Käufer sondern zugleich einen Mäzen, dem es wichtig ist, beide Vasen im Residenzschloss Altenburg vereint ausgestellt zu wissen. Die beiden Vasen verweisen nicht nur mit ihren Porträts und den Schlossansichten auf den Altenburger Bezug. Inschriften erinnern an die revolutionären Ereignisse im Jahr 1848 und den Einmarsch der hannoverischen Truppen in Altenburg.

Die Vasen wurden in der preußischen Porzellanmanufaktur Nathusius in Althaldensleben gefertigt. Die sehr feine polychrome Malerei stammt von dem Porzellanmaler Wilhelm Ramm, der häufig für das Königshaus Hannover arbeitete. Für die Porträts dienten Ölgemälde des Münchner Malers Joseph Karl Stieler als Vorlage. Mit Sicherheit entstanden die beiden Prunkstücke in königlichem Auftrag. Wie lange sie sich an welchem Ort gemeinsam befunden haben, ist derzeit nicht bekannt – umso erfreulicher, dass sich nun ein „Happyend“ im Altenburger Schloss fügt und die zwei Vasen in den herzoglichen Wohnräumen Aufstellung finden.

 

Thüringer Schlössertage - Gewinner Thüringer Tourismuspreis 2015

Jedes Jahr zu Pfingsten erwartet die Besucher in ausgewählten Thüringer Schlössern Konzerte, Schauspiel, Lesungen und Führungen. Das Konzept ist nun Sieger des Thüringer Tourismuspreises 2015 in der Kategorie "Marketing und Kooperation".