Residenzschloss Altenburg
Bernhard von Lindenau Ausstellung
Torhaus
Blick über die Stadt
Skatheimat
Stuck Detail
Residenzschloss Altenburg
Festsaalflügel bei Nacht
Landschaftsuhr im kurfürstlichen Residenzgemach
Deckengemälde im Teehaus
Orangerie Eingang
Guss Prinzenraub
Vorraum Festsaal

Herzlich willkommen im Residenzschloss Altenburg

Lokalkolorit: Der Portaitmaler Friedrich Mascher

Im Schloss- und Spielkartenmuseum befindet sich derzeit eine neue Sonderausstellung in Vorbereitung. Sie öffnet ab Sonntag, dem 4. September 2016 ihre Pforten und widmet sich dem Schaffen des Portraitmalers Friedrich Mascher, der ab 1841 fast vier Jahrzehnte das Altenburger Land durchwanderte und seine Künste feil hielt. Im Ergebnis entstand eine uns unbekannte Zahl an Bildnissen der Altenburger Bauernschaft. Die in Museen und im Privatbesitz befindlichen Werke stehen für eine Facette unserer regionalen und zugleich reichen Kulturlandschaft. Sie verdienen es, dokumentiert, wissenschaftlich erschlossen und ausgestellt zu werden. Diesem Anliegen fühlte sich bereits in der ersten Jahreshälfte das Museum Burg Posterstein verpflichtet und präsentierte zahlreiche Portraits.  In gemeinsamer Erarbeitung  mit dem Heimatforscher Gustav Wolf sowie den Postersteiner und Altenburger Museumskollegen konnte eine Publikation zum Schaffen des Wandermalers herausgegeben werden. In der Altenburger Ausstellung werden Portraits aus unterschiedlichen Museen und zahlreichen privaten Leihgebern zusammengeführt. Es ist bereits jetzt abzusehen, dass es wohl die bisher größte Ausstellung sein wird, die dem Schaffen Friedrich Maschers gewidmet ist. So zahlreiche Bilder vergleichend betrachten zu können, bietet dem Fachpublikum wie dem interessierten Laien viele Möglichkeiten, sich mit dem
Sujet auseinanderzusetzen. Maschers  Lebensweg ist anhand weniger Fakten nur in großen Zügen nachzuzeichnen. 1815 in Tennstedt geboren, soll er zunächst unter der Obhut des Vaters den Beruf eines Stellmachers erlernt haben. Später wurde er als Porzellanmaler ausgebildet. Die Liebe zu Detailausführungen der Altenburger Tracht mag hierin eine Ursache haben.

Als bisher früheste (1841) und signierte Arbeit aus dem Altenburger Raum gilt ein grafisches Blatt, welches den herzoglich Sächsischen Kirchenrat Daniel Meisser darstellt. Leider sind nur wenig der in folgenden Jahren entstandenen Portraits Altenburger Bauern datiert, signiert und somit eindeutig zuordenbar. Vereinzelte Gemälde bezeugen,  dass Mascher auch bürgerliche Kundschaft hatte. Dass sich seine Malweise insgesamt einer großen Beliebtheit erfreute und demzufolge die Auftragslage nicht schlecht gewesen sein muss, macht der Inhalt eines Beschwerdebriefs des Altenburger Malers Franz Richter an die herzogliche Regierung deutlich.  Er formulierte über seinen offensichtlichen Konkurrenten, dass er  „in manchen Dörfern 20-30, ja in einem sogar 43 Portraits gemalt habe“. Dennoch: zu Reichtum  ist Mascher nicht gekommen!

Im Juni 1880 wurde Friedrich Mascher bewusstlos im Luckaer Forst aufgefunden. Wenige Tage später verstarb er im Altenburger Krankenhaus wahrscheinlich an einer Lungenentzündung, ohne das Bewusstsein noch einmal erlangt zu haben.

Mit der Ausstellung verbindet sich die Hoffnung, die Erkenntnisse zum Oeuvre des Künstlers zu  vervollständigen. Das Team des Schlossmuseums freut sich, weitere Hinweise zum Vorhandensein von Mascher Portraits aufnehmen zu können.

Alle Interessierte sind zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, dem 4. September, 11 Uhr herzlich eingeladen (Eintritt frei). Wer es an diesem Tag nicht auf den Burgberg schafft, hat bis zum 6. November 2016 von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 9.30 bis 17 Uhr die Gelegenheit, sich mit dem Schaffen von Friedrich Mascher bekannt zu machen.

Am 21. August schließt im Residenzschloss Altenburg eine bemerkenswerte Ausstellung ihre Pforten, die bisher zahlreiche Gäste überraschte und erfreute. „Ich male wie ich atme – Retrospektive Heinz Tetzner“ ist eine Hommage an den 1920 im sächsischen Gersdorf geborenen Künstler, der sich vom Expressionismus stark inspiriert und angesprochen gefühlt hat. Nach seiner Ausbildung zum Musterzeichner prägten Kriegserlebnisse und Gefangenschaft sein Leben. Sich dennoch künstlerisch auszudrücken, ist ihm Lebenshilfe gewesen. 1946 bis 1950 studierte er in Weimar. Sein Schaffen folgte nicht den Prinzipien des sozialistischen Realismus, was jahrzehntelang auf die Akzeptanz wie Anerkennung seiner Arbeiten und den beruflichen Werdegang Tetzners Einfluss haben sollte. In der Ausstellung repräsentieren Ölgemälde, Aquarelle und Holzschnitte das breit gefächerte Repertoire  des Malers, dessen Lebenswerk 1999 mit dem Bundeverdienstkreuz 1. Klasse geehrt wurde. Die unterschiedlichen Mal- und Ausdruckstechniken beherrschte Tetzner in souveräner Art und  Weise. Stark in Farbe, Kontur und Mimik haben seine Clownsbilder und Porträts eine nahezu magische Anziehungskraft, der sich der Betrachter gern hingibt. Überraschend auch die Aquarelle. Gezielte Farbsetzungen akzentuieren den zentralen Bildinhalt und lassen ihn an Bedeutung gewinnen. Nahezu derb kommen hingegen die Holzschnitte daher. Dies mag oberflächlich betrachtet in der künstlerischen Technik verankert zu sein. Aber der aufmerksame Betrachter wird bei genauem Hinschauen entdecken, dass es der Künstler vermochte, die feine Struktur des Holzes, die Jahresringe und Maserungen als künstlerisches Ausdrucksmittel einzusetzen. Die Werke von Heinz Tetzner sollte man bewusst in dem besonderen Ambiente der Schlossräume wahrnehmen, genießen und auf sich wirken lassen. Gab es im Vorfeld gelegentlich Zweifel, ob die Galerien und Flure den geeigneten Präsentationsraum hergeben, fühlt sich das Museumsteam nach wiederholt anerkennenden Worten darin bestätigt, vielfältigen Genres ein Podium zu geben. Die Ausstellung entstand in unkomplizierter Kooperation mit dem Förderverein Tetzner-Museum e.V. Gersdorf, der Familie des Künstlers und privaten Leihgebern. Die Ausstellung ist bis einschließlich 21. 8. täglich außer montags von 9.30 bis 17 Uhr zu besichtigen. Gäste des Altenburger Musikfestivals, die sich auf Konzerterlebnisse im Festsaal des Schlosses freuen, sei die Ausstellung vor Konzertbeginn oder in der Pause anempfohlen.

Offener Brief des Schloss- und Kulturdirektors

Liebe Kolleginnen und Kollegen von der Presse,

am Mittwochmorgen beim Frühstück las ich die Berichterstattung zur Öffnungszeitensituation im Schloss- und Kulturbetrieb – und verlor fast den Müslilöffel, als ich die Titelzeile erblickte. Am gestrigen Abend sah ich einen Beitrag auf TV Altenburg – und verlor darüber fast das Smartphone, das ich in der Hand hielt. Zwischendurch legte mir jemand die Kopie eines Meinungsbeitrags von Herrn Rosenkranz auf den Schreibtisch. Darüber verlor ich nichts, weil es über diesen nun wirklich nichts mehr zu verlieren gibt.

Wie Sie aus unseren Gesprächen wissen (in meinem früheren Berufsleben war ich Redakteur, außerdem arbeite ich frei als Journalist), habe ich ein ausgeprägtes Verständnis für den Wert, die Schwierigkeiten und die Funktion journalistischer Arbeit. Als neuer Schloss- und Kulturdirektor ist mir auch sehr daran gelegen, dass wir Debatten über Altenburgs Kultur führen. Ja, Kultur ist für mich im Kern Debatte.

Also lassen Sie uns diese Debatte auch über die Art und Weise führen, wie über Kultur gesprochen wird. Presseberichterstattung ist kein „außen“. Sie ist im Gegenteil Bestandteil von Kultur, eine Form von Kultur.

Zu titeln, dass „Rote Spitzen und Nikolaiturm in dieser Saison zu“ (LVZ) sind, obwohl die Türme doch zumindest an zwei Dutzend Terminen seit Juni geöffnet sind, ist Irreführung des Lesers. Zu behaupten, „dass die jetzt bestehenden Einschränkungen weder gegenüber dem Stadtrat oder der Öffentlichkeit je kommuniziert wurden“ (TV Altenburg), wenn diese doch seit zumindest Mitte Juni an den Türmen und auf der Webpage des Schloss- und Kulturbetriebes unter „Öffnungszeiten“ ausgewiesen sind - ja wenn wir sogar eigens eine Pressemeldung zu diesem Thema verschicken - ist eine Falschinformation. Geradezu paradox: Eben diese von uns versendete Pressemeldung war für Sie, die Pressevertreter, der Moment der Berichterstattung.

Auch informiert TV Altenburg, die Kartenmacherwerkstatt sei „nur auf Voranmeldung nutzbar“. Hier ist eine Richtigstellung notwendig: Die Werkstatt ist – wie seit ihrer Eröffnung auf unserer Homepage und erneut in oben genannter Pressemeldungen eigens als Angebot mitgeteilt – jeden Donnerstag für jedermann und jederfrau zugänglich (mitunter ist die Nachfrage so groß, dass alle Plätze belegt sind, aber das ist in jedem Theater, Kino oder Fußballstadion so).

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schloss- und Kulturbetriebs wollen auch in Zukunft einiges los machen. Wir müssen organisatorisch und auf der Kommunikationsstrecke mitunter besser werden. Das wird uns gelingen. Ich mache mir keine Sorgen. Die Formkurve der Presse, das wünsche ich mir, geht hoffentlich auch nach oben!

Herzlich
Ihr Christian Horn

PS: Den Kommentar von Herrn Rosenkranz hätte ich im Interesse der Transparenz ebenfalls gerne verlinkt. Er ist jedoch nur in der Printausgabe der OVZ (3.8.2016) nachzulesen.